Immigration

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Team
Johanna Gördemann, M.A. (Researcher) info
Prof. Dr. Andreas Niederberger (Principal Investigator) info

In Kooperation mit:
Prof. Dr. Volker Heins (KWI – Principal Investigator) info
Prof. Dr. Corinna Mieth (RUB – Principal Investigator) info
Prof. Dr. Christian Neuhäuser (TUD – Principal Investigator) info

Website zum Projekt

Das MERCUR Forschungsprojekt zur Ethik der Immigration zielt auf ein präziseres und adäquateres Verständnis eines globalen Rechts auf Bewegungsfreiheit ab: Wer darf unter welchen Bedingungen kommen oder zurückgewiesen werden? – eine Frage, die nicht nur philosophisch wichtig ist, sondern im Zentrum aktueller politischer und gesellschaftlicher Kontroversen steht. Um diese Frage zu beantworten, soll geklärt werden, ob die Stärke bzw. die Grenzen dieses Rechts von Gründen für Migration oder von Realisierungsbedingungen abhängen und was daraus für die Methode und normative Perspektive einer Ethik der Immigration folgt. In drei Projektphasen soll zu diesem Zweck die politik-, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Forschung zur Migration hinsichtlich ihrer normativen Bedeutung analysiert werden. Die Arbeitshypothese ist dabei, dass sich ein Recht auf Bewegungsfreiheit nur unter Berücksichtigung der empirisch zu erfassenden Gründe für Migration und für deren Einschränkung angemessen verstehen lässt. In der ersten Projektphase soll untersucht werden, ob verschiedene Gründe für Emigration und Immigration auch unterschiedliche Ansprüche bzw. Pflichten zur Folge haben. In der zweiten Projektphase soll der normative Stellenwert von Immigrationshindernissen bestimmt werden. Und in der dritten Projektphase soll vor diesem Hintergrund ein genaues Verständnis der Bezugspunkte entwickelt werden, die in jeweiligen Kontexten die Reichweite eines Rechts auf Bewegungsfreiheit konkretisieren.

Für die Diskussion über globale Gerechtigkeit ist der richtige Umgang mit Flüchtlingen, die Hunger, Armut oder politischer Verfolgung entkommen wollen, eine der entscheidenden Herausforderungen für Ressourcenverteilungen und Verantwortungszuschreibungen. In der Auseinandersetzung mit den Konstitutionsbedingungen für legitime politische Verfahren und Institutionen zeigen sich Inklusions- und Teilhabeanforderungen (d.h. ein Anspruch auf den Bürgerstatus) für diejenigen, die Regeln unterworfen sind, zugleich aber auch Probleme mit Zuwanderung und Abwanderung, die das Funktionieren und die Kohärenz von Verfahren und Institutionen erschweren. Und die Forschung zu Perspektiven und Problemen multikultureller und insgesamt sozio-kulturell pluralistischer Gesellschaften geht von Migration als Ursache für die entsprechenden Perspektiven und Probleme aus und sucht dementsprechend nach adäquaten gesellschaftlichen und politischen Umgangsweisen mit Migration. Die Untersuchung und präzise Bestimmung der Reichweite eines globalen Rechts auf Bewegungsfreiheit stellt einen wichtigen Beitrag zur Forschung in den einzelnen Feldern dar. Sie richtet sich aber insbesondere auch darauf, diese Forschungsfelder, in denen Untersuchungen oft unabhängig von denjenigen in den anderen Feldern betrieben werden, miteinander zu verbinden.

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